Ubeat verschwindet: rtve startet neues tv-zifferblatt – streaming-anbieter im schussfeuer
Die Senderlandschaft im deutschsprachigen Raum erlebt eine Umwälzung. Die Deutsche Telekom Television (DTT) bereitet die Einführung ihres ersten thematischen Kanals vor, während gleichzeitig Streaming-Anbieter vor einem massiven Verlust droht. Movistar Plus, DIGI TV und Orange TV müssen sich von einem ihrer beliebtesten Angebote verabschieden.

Ubeat verabschiedet sich – und das mit einem augenzwinkern
Am 30. Juni ist es aus: Ubeat, der beliebte Kanal für Inhalte aus YouTube und Twitch, verlässt die Plattformen der Betreibergesellschaften. Die Nachricht kommt überraschend, denn der Sender selbst betont in einer eher ungewöhnlichen Pressemitteilung, den Abschied mit Freude zu begehen und auf die gemeinsame Zeit mit den Zuschauern zurück zu blicken. Ein Abschied ohne Drama, so die Botschaft.
Doch die Geschichte von Ubeat ist noch lange nicht zu Ende. Der Sender plant bereits einen Nachfolger: Ubeat Lite. Dieser wird nicht über die üblichen Streaming-Plattformen der Anbieter erreichbar sein, sondern auf Pluto TV starten – ab dem 3. November 2025. Ein interessanter Schachzug, der möglicherweise die Verluste abmildern soll. Mediapro, der Betreiber von Ubeat, könnte bereits an einem neuen, kostenlosen Kanal arbeiten, um den entstandenen Platz in den Angeboten der Betreiber zu füllen.
Die Konkurrenz ist hart. Orange, Euskaltel, R, Telecable, Movistar Plus, Virgin Telco, Yoigo, MásMóvil, Embou, Clic, Guuk, Sweno, Netllar und DIGI TV haben bereits ihre Türen für Ubeat geschlossen. Ein Wettlauf um die Zuschauergunst hat begonnen. Movistar Plus bietet ab sofort Serien, Filme und Fußball für nur 9,99 Euro pro Monat – ohne Verpflichtung.
Ubeat hat sich in den letzten sieben Jahren einen Namen gemacht, indem er die Zielgruppe der sozialen Medien ansprach. Der Sender investierte in bekannte YouTuber und Twitch-Streamer und bot ein Format, das stark an Live-Übertragungen erinnerte. Ein cleverer Schachzug, um die Aufmerksamkeit der jungen Zielgruppe zu gewinnen. Der Kanal fand sogar Platz im E-Sports-Bereich, ein Bereich, der in der traditionellen Fernsehlandschaft kaum vertreten war.
Der Verlust von Ubeat stellt für die Streaming-Anbieter eine Herausforderung dar, aber auch eine Chance. Die Frage ist, wie die Betreibergesellschaften auf die Lücke reagieren werden. DIGI, beispielsweise, steht vor einem kritischen Punkt in seiner Preispolitik – wird die Politik der günstigen Preise gefährdet sein?
Die Entwicklung zeigt: Die Medienlandschaft verändert sich rasant. Die Zeiten der linearen Fernsehübertragung sind vorbei. Die Zukunft gehört Streaming, aber auch neuen Formaten wie Pluto TV und anderen FAST-Kanälen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Senderlandschaft weiterentwickelt – und welche Überraschungen uns noch erwarten.
