Razzies 2026: 'krieg der welten' dominiert die negativ-awards!

Hollywood hat sich selbst vorgehalten – und die Ergebnisse sind vernichtend. Bei der gestrigen Verleihung der Golden Raspberry Awards, dem Gegenstück zu den Oscars für die schlechtesten Filme des Jahres, räumte der Prime Video-Film 'Krieg der Welten' einen regelrechten Negativ-Sweep ab. Ein Debakel, das die Frage aufwirft, wie man einen Klassiker von H.G. Wells so katastrophal verhunzen kann.

Ein film, der selbst die erwartungen unterbot

Ein film, der selbst die erwartungen unterbot

Fünf Razzies gingen an den Film, darunter der Preis für den schlechtesten Film, schlechtesten Hauptdarsteller (Ice Cube), schlechteste Neuverfilmung/Fortsetzung/Prequel, schlechteste Regie (Rich Lee) und schlechtestes Drehbuch (Kenny Golde, Marc Hyman). Die Kritik hagelte ein, besonders das starrsinnige Starren von Ice Cube auf einen Computermonitor während des gesamten Films.

Doch 'Krieg der Welten' war nicht der einzige Film, der in der Negativ-Wertung glänzte. Disneys Live-Action-Adaption von 'Schneewittchen' wurde mit Preisen für die schlechtesten Nebendarsteller (die synthetischen Zwerge) und das schlechteste Nebendarsteller-Ensemble ausgezeichnet. Die Entscheidung, animierte Zwerge einzusetzen, stieß auf breite Kritik und trug maßgeblich zu dem Desaster bei.

Rebel Wilson nahm den Preis für die schlechteste Schauspielerin für ihre Rolle in 'Boda Letal' entgegen, während Scarlet Rose Stallone, die Tochter von Sylvester Stallone, den Titel der schlechtesten Nebendarstellerin für 'Pistoleros' erhielt. Eine bittere Ironie, da ihr Vater selbst eine lange Liste von Razzie-Nominierungen und -Auszeichnungen vorweisen kann. Die Familienehre scheint also in Ehren gehalten zu werden.

Die Razzies, die 1980 von dem Filmkritiker John J. B. Wilson als humorvolle Gegenveranstaltung zu den Oscars ins Leben gerufen wurden, haben sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer ernstzunehmenden Institution entwickelt. Ursprünglich als bloße Scherzveranstaltung gedacht, ziehen heute über 1200 Filmschaffende, Journalisten und Enthusiasten aus aller Welt an den Abstimmungen teil. Und es ist bemerkenswert, dass viele frühere Razzie-Gewinner mittlerweile nicht mehr davor zurückschrecken, ihre Auszeichnungen in der Öffentlichkeit entgegenzunehmen – ein Zeichen dafür, dass die Razzies ihren Platz in der Filmgeschichte gefunden haben.

Ein Lichtblick in diesem Meer aus Negativität war Kate Hudson, die den Razzie Redemption Award für ihre Leistung in 'Song Sung Blue' erhielt. Ein Beweis dafür, dass selbst die schlechtesten Schauspieler eine zweite Chance verdient haben.

Die Dominanz von 'Krieg der Welten' bei den Razzies 2026 unterstreicht die Risiken von unüberlegten Neuverfilmungen und die Notwendigkeit, literarische Klassiker mit Respekt und Kreativität zu behandeln. Während die Oscars die besten Leistungen der Filmindustrie feiern, erinnern uns die Razzies daran, dass auch die größten Stars und Produktionsfirmen Fehltritte machen können. Und manchmal sind diese Fehltritte einfach nur – zum Schreien komisch. Der Dokumentarfilm 'Melania' bleibt als stiller Zeuge dieses schrägen Abends im Gedächtnis.