Verizon – kostenschneiderei oder überraschender aufschwung?“,n
Dan Schulman hat es geschafft: Verizon legt nach einem enttäuschenden zweiten Quartal einen bemerkenswerten Aufschwung vor. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Mobilitäts- und Breitbanddienstleistungen sind gestiegen, Netto-Neuzugänge in der Postpaid-Sparte erreichten ein Fünf-Jahres-Hoch und die Abwanderungsrate sank deutlich. Doch hinter der Fassade von „betrieblicher Disziplin“ verbirgt sich ein fragwürdiger Schachzug.
Die kosten-zentrale: schulmans strategie
Die beeindruckenden Ergebnisse werden von einem drastischen Rückgang der Geräteverkäufe – 20% weniger Umsatz – aufgewendet. Verizon scheint sich entschieden gegen Subventionen zu stellen und Kunden dazu zu bewegen, ihre Geräte länger zu behalten. Das ist kein Zeichen für Wachstum, sondern für eine gnadenlose Kostenkürzung. Es ist, als würde man ein Haus reparieren, indem man die Fenster verbarrikadiert.

Der teufel steckt im detail
Während Verizon von „kundenorientierten“ Initiativen wie den neuen Simplicity-Plänen und dem convergeden Verizon One-Angebot spricht, werfen tiefergehende Analysen Fragen auf. Walter Piecyk von TMT Research weist auf einen deutlichen Rückgang der Postpaid-Kontoeröffnungen, der durchschnittlichen Einnahmen pro Kunde (ARPA) und des Postpaid-Service-Umsatzes hin. Die Verbesserungen, so Piecyk, sind vor allem auf Kostensenkungen zurückzuführen, nicht auf tatsächliches Wachstum. Das ist ein gefährliches Spiel – und es könnte die Kunden vergraulen.

T-mobile übernimmt die führung
Die Konkurrenz, insbesondere T-Mobile, scheint hier einen Vorteil zu haben. Die Mobilfunkgesellschaften berichten von einer stärkeren Nutzergewinnung und besseren Netzmustern. Während Verizon sich auf die Reduzierung von Geräte-Rabatten konzentriert, bietet T-Mobile attraktivere Angebote, insbesondere bei neuen Smartphones wie den Samsung Galaxy Z Fold. Die Frage ist, wie lange Verizon diese Strategie durchhalten kann, ohne die Kunden zu verlieren.
Fazit: ein teurer trick?
Veronzons Aufschwung ist zweifelhaft und setzt auf eine kostspielige Strategie. Die 22,9-prozentige Korrektur des Nettogewinns ist ein deutliches Warnsignal. Es bleibt abzuwarten, ob Schulmans „betriebliche Disziplin“ nachhaltig ist oder ob Verizon letztendlich die Tür für seine Konkurrenten öffnet. Es sieht so aus, als würde Verizon versuchen, sich zu retten, indem er die Risiken auf seine Kunden abwälzt – ein kalkuliertes Risiko, das sich als fatal erweisen könnte.