Verborgene computergeschichte: 570 betriebssysteme zum download
Eine kuriose Enthüllung: Der Entwickler Andrew Warkentin hat ein digitales Museum geschaffen, das die lange und oft vergessene Geschichte der Betriebssysteme feiert. Über 570 Systeme aus den letzten 78 Jahren stehen zur freien Nutzung bereit – und das ohne komplizierte Installation.
Ein trip durch die zeit – von ctss bis android
Das ‘Virtual OS Museum’ ist ein wahres Juwel für Technikinteressierte und Nostalgiker. Warkentin, ein selbsternannter ‘Betriebssystem-Historiker’, hat sich jahrelang mit der Sammlung beschäftigt, indem er obskure Datenkassetten und alte Disketten scannte und die Software emuliert. Damit können Nutzer heute auf ihren modernen Rechnern eine unglaubliche Bandbreite an Betriebssystemen ausprobieren – von den Pionierzeiten des Manchesters Baby im Jahr 1948 bis hin zu frühen Android-Versionen.
Die Auswahl ist schier überwältigend: Mainframe-Systeme wie MVS und VM/370, frühe Unix-Varianten, der Xerox Star Pilot/ViewPoint mit seiner revolutionären grafischen Benutzeroberfläche, oder sogar die ersten DOS-Versionen und BeOS. Auch mobile Betriebssysteme wie PalmOS, EPOC/Symbian und die Vorläufer von iOS und Android finden hier ihren Platz.

Emulation als kunstform
Wie Warkentin in der Lage ist, über 250 unterschiedliche Plattformen – einige mit fast 80 Jahren Entwicklungsgeschichte – auf einem Windows-, Linux- oder MacOS-System zu emulieren, ist schlichtweg beeindruckend. Er setzt hierfür Emulatoren wie Linux VM für QEMU, VirtualBox oder UTM ein. Die Arbeit ist enorm, doch die Ergebnisse sind es wert. Das Museum bietet eine einzigartige Möglichkeit, die Entwicklung der Computertechnologie hautnah zu erleben.
Die Software ist in zwei Versionen erhältlich: Eine ‘Lite’-Version mit nur den Betriebssystemen selbst, die 21 Gigabyte Speicherplatz benötigt, und eine vollständige Version, die zusätzlich Software-Pakete für jede Maschine enthält und rund 174 Gigabyte einnimmt. Viele der Systeme laufen direkt im Browser – ein weiterer Pluspunkt. Die Downloads erfolgen über das Internet Archive.

Eine gabe für die community
Das Projekt ist komplett kostenlos zugänglich und stellt eine wertvolle Ressource für Forscher, Enthusiasten und alle, die sich für die Geschichte der Informationstechnologie interessieren. Warkentin gibt nicht nur den Zugang zu dieser seltenen Sammlung, sondern auch die Zeit und Mühe, die für die Emulation und Bereitstellung der Software erforderlich sind. Eine wahre Hommage an die Vergangenheit – und ein Fenster in die Zukunft der Computertechnik. Die Digitalisierung dieser vergessenen Systeme ist nicht nur eine technische Leistung, sondern auch eine kulturelle Errungenschaft.