Technologie im krieg: von der abschreckung bis zum drohnenkrieg

Die Geschichte ist voll von Beispielen: Wenn man genau hinsieht, findet man überall Technologie, die in verschiedenen Kriegen eingesetzt wurde. Selbst das Medium, das uns ständig vernetzt hält, das Internet, entstand aus der Notwendigkeit, ein System zu schaffen, das einem nuklearen Angriff im Kalten Krieg standhalten könnte.

Die stille revolution der kriegsführung

Denken wir nur an die Konservierung, die von dem französischen Koch Nicolas Appert erfunden wurde, um die Truppen Napoleons monatelang von Nachschub zu entbinden – ein unvorstellbarer Fortschritt seiner Zeit. Doch auch der Krieg hat die Entwicklung neuer Technologien beschleunigt. Napoleons selbstbewusste Worte – „Auf dem Schlachtfeld sieht man seine eigenen Probleme, nicht die des Feindes“ – spiegeln die pragmatische Natur dieser Entwicklung wider.

Während des Zweiten Weltkriegs, trotz der unvorstellbaren Verluste, ermöglichte die Massenproduktion von Penicillin, dank der USA, das Überleben vieler Menschen. Obwohl Fleming 15 Jahre zuvor die Entdeckung gemacht hatte, katapultierte der Krieg die Penicillin-Produktion in ungeahnte Höhen und reduzierte die Sterblichkeit erheblich.

Die dualität der innovation

Die dualität der innovation

Im Technologiebereich sind die Erfindungen im Zusammenhang mit militärischen Konflikten in den Dutzenden zu zählen. Und doch, glücklicherweise, haben viele dieser Innovationen Anwendungen außerhalb des Krieges gefunden. Über 100 Jahre an Feldversuchen – das ist die Realität. Das GPS, das globale Positionssystem, ist heute die am weitesten verbreitete militärische Technologie. Doch heute ist es für fast alle Dienste, von Google Maps bis hin zu den grundlegendsten Smartphones, unverzichtbar.

Drohnen: die neue front

Drohnen: die neue front

Im Ersten Weltkrieg waren die ersten Drohnen, die Fotografien des Feindes machten oder durch Fernbedienung Sprengladungen abwarfen, rudimentär. Sie basierten hauptsächlich auf Mechanik. Heute sind Drohnen eine der größten Sorgen im Kriegsgebiet. Die psychischen Folgen für Soldaten, wie sie in der Ukraine beobachtet wurden – von Überwachung bis hin zu autonomen Angriffswaffen wie den iranischen Shahed-Drohnen, die von Russland eingesetzt werden – sind erschreckend. Die Ukraine dient seit Jahren als Testfeld für alle fortschrittlichen Drohnentechnologien.

Die technologische Entwicklung in den letzten zehn Jahren ist schlichtweg beeindruckend, nicht zuletzt dank der Fortschritte in der Kommunikation, wie sie beispielsweise durch das Satelliteninternet von Starlink demonstriert wird, das sogar in den aktivsten Kriegsgebieten zuverlässig funktioniert. Und natürlich auch in der künstlichen Intelligenz, die zur Identifizierung und Lokalisierung militärischer Ziele eingesetzt wird – mit dem Risiko von Verzerrungen und Fehlentscheidungen, wie bereits beim israelischen Habsora-System bewiesen wurde.

Von der zerstörung zur anwendung

Von der zerstörung zur anwendung

Was einst zur Zerstörung des „Feindes“ entwickelt wurde, findet nun – und ist bereits heute präsent – seinen Weg in die Gesellschaft. Und zwar mit besseren Anwendungen als im Krieg. Die Entwicklung, die einst für den Tod geschaffen wurde, wird nun für andere Zwecke genutzt. Das ist ein bemerkenswertes und zugleich beunruhigendes Ergebnis.