Spanien steigt als waffenlieferant auf platz zehn – und die folgen sind weitreichend

Madrid ist ein neuer Akteur im globalen Waffenhandel. Laut dem Bericht des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) hat sich Spanien zwischen 2021 und 2025 zu einem der bedeutendsten Exporteur von Kriegsmaterial entwickelt – ein Anstieg, der besorgniserregende Fragen aufwirft.

Spanien im waffengeschäft: ein aufstrebender lieferant

Spanien im waffengeschäft: ein aufstrebender lieferant

Der spanische Waffenexport stieg in diesem Zeitraum auf 2,3 % der weltweiten Transaktionen, gegenüber 2,4 % im Vorperíode von 2016 bis 2020. Eine Zunahme von 6,7 % in fünf Jahren. Diese Entwicklung ist nicht nur eine statistische Randnotiz, sondern spiegelt eine veränderte geopolitische Lage wider.

Die wichtigste Absatzregion für spanische Waffenexporte ist der Nahe Osten. Hier entfielen 43 % der Verkäufe. Asia und Ozeanien erhielten 22 %, Europa 20 %. Arabische Saudische Arabien, Türkei und Belgien waren die Hauptabnehmer.

Im ersten Halbjahr 2025 exportierte Spanien Verteidigungsgüter im Wert von 2,33 Milliarden Euro. Die Vereinigten Staaten waren mit 49 % der wichtigste Abnehmer spanischer Waffen im letzten Fünfjahreszeitraum. Schweiz und Frankreich folgten mit 25 % bzw. 9,1 %.

Weltweit stiegen die Waffenexporte von 2021 bis 2025 um 9,2 %. Europa ist dabei der wichtigste Empfänger, wobei die europäischen Länder ihre Waffenimporte aufgrund des Konflikts in der Ukraine verdreifacht haben. Die USA führen weiterhin die Liste der größten Exporteure an (42 %), gefolgt von Frankreich (9,8 %), Russland (6,8 %), Deutschland (5,7 %), China (5,6 %), Italien (5,1 %), Israel (4,4 %) und Großbritannien (3,4 %).

Die USA verzeichneten sogar einen Anstieg der Exporte um 27 %, einen sprunghaften Anstieg von 217 % in den Exporten nach Europa. Europäische Länder importierten zwischen 2021 und 2025 insgesamt 33 % aller Waffen. Ucrainien, Indien, Saudi-Arabien, Katar und Pakistan gehören zu den größten Waffenempfängern.

Die Entwicklung ist nicht nur für Spanien von Bedeutung. Sie signalisiert eine Verschiebung der globalen Machtverhältnisse im Waffenhandel. Die steigende Nachfrage nach Waffen, insbesondere in Konfliktregionen, ist ein Zeichen für die anhaltende Instabilität in der Welt. Die wachsende Rolle Spaniens in diesem Geschäft wirft ethische Fragen auf, die nicht ignoriert werden dürfen.

Die Zahlen sprechen für sich: Spanien positioniert sich als wichtiger, wenn auch vielleicht unerwarteter, Akteur auf dem Weltmarkt für Kriegsmaterial. Eine Entwicklung, die langfristig für die europäische Sicherheit von Bedeutung sein wird.

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