Salzwasser als treibstoff: revolution für schiffe und autos?

Die wasserstoff-zukunft naht: neue technologie aus großbritannien

Experten haben schon lange auf das Potenzial von grünem Wasserstoff für zukünftige Motoren hingewiesen. Fahrzeuge wie Brennstoffzellenautos (FCEV) und Wasserstoffverbrennungsmotoren (HICEV) nutzen diese Technologie. Neben Elektroautos wie Tesla stellt Wasserstoff eine vielversprechende Alternative für nachhaltige energie dar. Nun hat ein Team der Brunel University London einen Durchbruch erzielt, der die gesamte Branche verändern könnte – sowohl im maritimen als auch im landgestützten Bereich.

Salzwasser als brennstoff: ein revolutionärer ansatz

Salzwasser als brennstoff: ein revolutionärer ansatz

Anstatt Diesel oder Benzin zu verbrennen, nutzen die britischen Wissenschaftler nun Salzwasser als Brennstoff. Dieser innovative Prozess wandelt das Allgegenwärtige in den begehrten Wasserstoff um. Dies könnte viele der aktuellen Hürden bei der Wasserstoffproduktion überwinden und einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Emissionen im Verkehrssektor leisten. Die Technologie verspricht, eine der größten Herausforderungen im Bereich der nachhaltigen Mobilität zu lösen.

Das gh2dem-projekt: ein meilenstein in der wasserstoffforschung

Das gh2dem-projekt: ein meilenstein in der wasserstoffforschung

Die Wissenschaftler der Brunel University London arbeiten in Zusammenarbeit mit dem Startup Genuine H2 an dem Projekt namens GH2DEM. Es handelt sich um einen „ersten landesweiten, integrierten Demonstrator für die Umwandlung von Meerwasser in Wasserstoff“, wie Experten von Ecoticias erklären. Das Besondere an diesem System ist, dass es direkt an Bord eines Schiffes funktioniert und das Potenzial hat, die Branche grundlegend zu verändern.

Wie funktioniert das gh2dem-system?

Wie funktioniert das gh2dem-system?

Das System entnimmt Meerwasser und teilt es mithilfe von elektrolytischer Spaltung unter Verwendung von erneuerbaren Energien (wie Solarmodulen) in Wasserstoff (H₂) und Sauerstoff (O₂). Eine der größten Herausforderungen war die Korrosion durch Salz und die Bildung von giftigem Chlor (Cl₂). Um dies zu lösen, wurde eine „ultradünne Nanobeschichtung“ und ein Membranfiltersystem entwickelt, das die Salzionen zurückhält und eine effiziente Trennung der Gase ermöglicht.

Sichere lagerung und breite anwendbarkeit

Sichere lagerung und breite anwendbarkeit

Der gewonnene Wasserstoff wird dann in fester Form bei Raumtemperatur gelagert, was sowohl die Sicherheit als auch die Logistik vereinfacht. Professor Xinyan Wang ist überzeugt: „Wasser wird energie“ – schneller als viele bisher gedacht haben. Zunächst ist das GH2DEM für große Schiffe konzipiert, könnte aber langfristig auch in Lastwagen, Zügen oder sogar in konventionellen Wasserstoffautos eingesetzt werden. Der Fokus liegt aktuell auf der „Entkarbonisierung des Schiffsverkehrs“, der etwa 3 % der globalen Emissionen verursacht.

Staatliche förderung und zukünftige tests

Staatliche förderung und zukünftige tests

Die britische Regierung unterstützt das Projekt mit 1,44 Millionen Pfund (ca. 1,6 Millionen Euro) und führt derzeit Tests an Land durch. Die Erwartung ist, dass das System bald im Standardbetrieb eingesetzt werden kann. Die Entwicklung von Technologien zur Nutzung von Salzwasser als Brennstoff stellt einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Zukunft dar. Es könnte die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Vergleich: elektromobilität vs. wasserstoff

Es ist wichtig zu beachten, dass auch Elektroautos eine wichtige Rolle bei der Reduzierung von Emissionen spielen, wie Studien zeigen. Elektroautos haben tendenziell weniger Defekte als Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotoren. Allerdings bietet Wasserstoff als Energieträger das Potenzial für eine größere Reichweite und eine schnellere Betankung. Die Entwicklung von effizienten und kostengünstigen Methoden zur Wasserstoffproduktion, wie sie durch das GH2DEM-Projekt demonstriert wird, könnte die Attraktivität von Wasserstoffantrieben weiter steigern.