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Ölpreise explodieren: krieg im nahen osten treibt turbulenzen an

Die jüngsten Ereignisse im Nahen Osten haben die Weltwirtschaft in Atem gehalten. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise auf ein neues Rekordhoch getrieben – ein Schock, der die globalen Märkte erschüttert.

Brent-öl erreicht neuen höchststand

Brent-öl erreicht neuen höchststand

Der Preis für das Brent-Rohöl stieg seit Beginn des Jahres um über 50 Prozent auf 119 Dollar pro Barrel. Auch das russische Rohöl Urals konnte nach Lockerung von Sanktionen um mehr als 75 Prozent zulegen. Die Schifffahrt durch den Schlauch von Ormuz, eine zentrale Route für den globalen Öltransport, ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Das betrifft vor allem die Gaslieferungen nach Europa, die stark auf diese Route angewiesen sind.

Experten von Julius Baer warnen vor den wachsenden Risiken für die Weltwirtschaft. Steigende Finanzierungskosten, resultierend aus fallenden Aktienkursen und steigenden Renditen, belasten vor allem USA und Europa. Auch China und Japan kämpfen mit zunehmenden Schwierigkeiten.

Der TTF-Gaspreis in Holland verfünffachte sich im März, bevor er am Ende des Monats wieder etwas sank. Das liegt zum Teil an der Inbetriebnahme einer neuen LNG-Terminal in den USA, die einen Teil der Nachfrage nach Qatars Gas decken kann. Doch die Unsicherheit bleibt.

Die Börsen reagierten mit deutlichen Kursverlusten. Der S&P 500, der Dow Jones und der Nasdaq schlossen den März mit Abschlägen von rund 5 Prozent. Der spanische Ibex 35 verzeichnete mit einem Verlust von 7,7 Prozent seinen größten monatlichen Rückgang seit 2022. Die Energiekrise belastet die spanische Wirtschaft besonders stark, da das Land stark von Importen von Öl und Gas abhängig ist.

Gold, traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten, erlebte eine überraschende Delle. Der Preis für Gold brach im März um fast 1.500 Dollar ein, bevor er sich wieder stabilisierte. Der starke US-Dollar, der sich als sicherer Hafen etabliert hat, trug zu diesem Abschwung bei. Die Erwartungen an Zinssenkungen wurden gedämpft, was die Anleger weitgehend von risikoreichen Anlagen abkeptet.

Der Euríbor, die Referenz für variable Hypothekenzinsen in der Eurozone, stieg im März von 2,2 Prozent auf knapp 3 Prozent. Das spiegelt die steigende Inflation wider. Die Erwartung, dass die Zinsen nicht so schnell gesenkt werden, wie bisher angenommen, belastet zusätzlich die Märkte. Die Entwicklung zeigt deutlich: Die Energiekrise ist nicht nur ein kurzfristiges Problem, sondern eine tiefgreifende Veränderung der globalen Wirtschaftslage. Die geopolitische Unsicherheit wird noch lange nachwirken.