Ki-boom: tech-giganten schuldenberg wächst rasant
Die ki-revolution finanziert sich anders
Die Investitionswelle in Künstliche Intelligenz (KI) wird nicht nur von den großen Technologieunternehmen vorangetrieben, obwohl sie die Hauptrolle spielen. Unternehmen wie Meta, Microsoft, Alphabet, Amazon und Oracle mobilisieren erhebliche finanzielle Ressourcen, um einen Großteil der geschätzten 3 Billionen Dollar zu sichern, die bis 2030 in KI investiert werden sollen. Dies markiert einen fundamentalen Wandel in der Finanzierungsstrategie dieser Konzerne.

Kapitalaufwand und schuldenaufnahme
Bereits jetzt haben diese Unternehmen einen Kapitalaufwand (CapEx) von 650 Milliarden Dollar bis 2026 angekündigt. Dies ist jedoch nur der Anfang. Ein Großteil der für KI benötigten Finanzierung wird aus anderen Quellen stammen, wie z.B. der Emission von Schulden, verbundenen Projekten außerhalb des Bilanzes, Verbriefungen und der Einbeziehung von Partnern. Die Tech-Riesen suchen zunehmend Unterstützung von Risikokapitalgebern, Immobilienfonds (REITs) für den Bau von Rechenzentren, Energieversorgern für den erwarteten Energiebedarf und Telekommunikationsunternehmen für die Datennetze.

Vom cash-cow zum schuldner
Ein entscheidender Aspekt dieser Entwicklung ist die Veränderung des finanziellen Profils der Technologieunternehmen. Sie waren einst bekannt für ihre riesigen Cash-Reserven, insbesondere solche, die digitale Dienste oder globale Produkte anbieten. Schulden spielten eine marginale Rolle in ihren Bilanzen. Nun wird erwartet, dass Schulden eine viel größere Rolle spielen werden, da die KI-Entwicklung massive Investitionen erfordert.
Verschiebung in den kapitalmärkten
Experten von Wellington Management beobachten eine Verschiebung „von den Aktienmärkten zu den Kreditmärkten als Hauptquelle für Kapital für die KI-Infrastruktur“. Sie gehen davon aus, dass sowohl öffentliche als auch private Schuldenmärkte eine wichtige Rolle bei der Finanzierung spielen werden, einschließlich wertpapierbesicherter Kredite, Infrastrukturfonds und neuer Finanzierungsstrukturen.
Früher cashflow, heute schulden
Früher konnten sich Technologieunternehmen durch ihren freien Cashflow und hohe Börsenbewertungen (durch Aktienemissionen) die erforderlichen Investitionen in Rechenzentren, Chip-Entwicklung und Cloud-Infrastruktur leisten. Dies ermöglichte es ihnen, erhebliche Kapitalausgaben ohne die Belastung ihrer Kapitalstruktur zu tätigen. Heute übersteigen die durch KI getriebene Nachfrage und die benötigten Ressourcen das Angebot.
Der schuldenanstieg: zahlen und beispiele
Die Bruttoschulden von Amazon, Microsoft, Google, Meta und Oracle sind von etwa 370 Milliarden Dollar im Jahr 2022 auf schätzungsweise 750 Milliarden Dollar im Jahr 2026 gestiegen – ein Anstieg um über 100 % in nur vier Jahren. Amazon ist hierbei das deutlichste Beispiel für Kontinuität, da das Unternehmen seit Jahrzehnten massiv in Logistik, Rechenleistung und AWS investiert. Microsoft beschleunigt seine Investitionen in den letzten Jahren. Alphabet (Google) und Meta (Facebook) zeigen den stärksten Anstieg mit Zuwächsen von +400 % bzw. +430 %.
Oracle im wettbewerb
Oracle, unter der Leitung von Larry Ellison, war bereits 2022 stark verschuldet, mit 80 Milliarden Dollar. Bis 2026 wird sich dieser Wert auf 126 Milliarden Dollar erhöhen, was einem Anstieg von 58 % entspricht. Die Firma ist aktiv in Projekten wie Stargate, das von Donald Trump unterstützt wurde und die Umwandlung alter Infrastrukturen in KI-fähige Systeme vorantreibt.
