Ki-alarm: datenverbrauch der künstlichen intelligenz droht globaler wasserknappheit

Die Künstliche Intelligenz (KI) verbraucht mehr Wasser als die meisten Länder – und das mit alarmierender Geschwindigkeit. Ein aktuelles UN-Bericht enthüllt, dass der Wasserverbrauch der KI bis 2030 das Grundwasserbedürfnis von 1,3 Milliarden Menschen verschlingen könnte, während der Energieverbrauch sich trein­fach verdoppeln wird. Das ist kein bloßer Hauch, sondern eine existenzielle Bedrohung für Ressourcen weltweit.

Die unsichtbare rechnung der algorithmen

Die unsichtbare rechnung der algorithmen

Die UN-Nachfolgeorganisation UNU-INWEH hat erstmals konkrete Zahlen zu den Umweltauswirkungen von KI-Anwendungen geliefert. Es geht nicht nur um CO₂-Emissionen, sondern um einen bislang vernachlässigten Faktor: den Wasserverbrauch. Die Berechnung zeigt: Jedes Kilowattstunde, das von KI-Systemen genutzt wird, hat massive Konsequenzen für Wasser, Boden und Kohlenstoffkreislauf – und diese Auswirkungen sind selten linear.

In Frankreich protestieren tausende Bürger gegen den Einsatz von Klimaanlagen, ein deutliches Zeichen der wachsenden Besorgnis über die Ressourcenverschwendung. Die Infrastruktur, die für die KI-Betriebsmodelle benötigt wird, ist immens – vergleichbar mit der eines ganzen Landes und erfordert gigantische Mengen an Kühlwasser, das wiederum Wasser aus bereits strapazierten Regionen entzieht.

Die globalen Rechenzentren, die das Nervenzentrum der KI-Revolution bilden, verbrauchten im Jahr 2025 bereits 448 Terawattstunden (TWh) – genug, um mehr als zwei Jahre und ein halbes Jahr lang die elektrische Versorgung in Afrika südlich der Sahara zu gewährleisten. Wenn diese Rechenzentren als Staat betrachtet würden, würden sie das elfgrößte Land der Welt im Energieverbrauch sein, vor Saudi-Arabien.

Die Tendenz ist unaufhaltsam: Der Energieverbrauch der KI wird in den kommenden Jahren weiter explodieren. Bis 2030 könnte dieser auf 945 TWh ansteigen – das ist das Dreifache des kombinierten Stromverbrauchs von Pakistan, Bangladesch und Nigeria und würde die KI in den Rang des sechstgrößten Stromverbrauchers der Welt katapultieren.

Ein weiterer erschreckender Aspekt: Ein Großteil des Trainings von KI-Modellen, wie dem neuesten GPT-4, benötigt gigantische Mengen an Energie und Wasser. GPT-4 benötigte beispielsweise 50 bis 70 Gigawattstunden Strom – das entspricht dem Energieverbrauch von 40 bis 55 herkömmlichen GPT-3 Modellen. Die Kohlenstoff-Fußabdruck betrug rund 25.000 Tonnen CO₂-Äquivalent, das entspricht der Entwaldung von 420.000 Bäumen über zehn Jahre. Und die Wasserverbrauchsbilanz: 600 Millionen Liter. Für GPT-5 werden diese Zahlen noch drastischer.

Die Konzentration der Macht: Nur 16% der Länder verfügen über die notwendige Infrastruktur, um KI-Technologien zu entwickeln und zu betreiben. Innerhalb dieser Gruppe konzentriert sich die Kapazität fast ausschließlich auf die USA und China. Der Großteil des globalen Umweltproblems, das durch KI entsteht, ist daher auf diese beiden Wirtschaftsmächte beschränkt. Die Kosten für das Training eines einzelnen Modells sind immens – und das, obwohl nur ein kleiner Teil der Anwendungsfälle wirklich benötigt wird.

Es ist Zeit zu handeln. Der Bericht der UN ist kein Angriff auf die KI, sondern ein dringender Appell zu verantwortungsvollem Handeln. Transparenz, energieeffiziente Architekturen und ein bewusster Umgang von Nutzern und Institutionen sind unerlässlich. Es geht darum, die Vorteile der Künstlichen Intelligenz zu nutzen, ohne die Ressourcen unseres Planeten zu zerstören. Die Antwort liegt nicht im Verzicht auf die Technologie, sondern in ihrer intelligenten Nutzung – und zwar jetzt.