Hedy lamarr: preise ehren weiblichen pioniergeist in der technik

Internationaler frauentag würdigt bahnbrechende erfindungen

Anlässlich des Internationalen Frauentags und des Tages der Frau und des Mädchens in der Wissenschaft hat das Instituto de la Ingeniería de España eine neue Auszeichnung ins Leben gerufen: die „Hedy Lamarr“-Preise. Diese Preise sollen herausragende Leistungen von Ingenieurinnen im In- und Ausland würdigen, die entscheidende Transformationen in Technologie, Nachhaltigkeit, Mobilität, Digitalisierung und sozialem Wohlbefinden vorantreiben. Der Name ist eine Hommage an die brillante, aber lange unterschätzte Erfinderin Hedy Lamarr.

Wer war hedy lamarr?

Wer war hedy lamarr?

Hedwig Eva Maria Kiesler, besser bekannt als Hedy Lamarr, war nicht nur eine Hollywood-Schauspielerin der 1930er und 40er Jahre, sondern auch eine geniale Erfinderin. Ihre Flucht aus einer unglücklichen Ehe führte sie über den Atlantik in die USA, wo sie neben ihrer Schauspielkarriere auch ihre Leidenschaft für Technik ausleben konnte. Während ihrer Ehe war sie an Gesprächen über militärische Waffen beteiligt, was sie zu der Idee für ein neuartiges Funksystem inspirierte.

Die erfindung des frequenzsprungverfahrens

Die erfindung des frequenzsprungverfahrens

Gemeinsam mit dem Komponisten George Antheil entwickelte Lamarr das sogenannte Frequenzsprungverfahren (Frequency-Hopping Spread Spectrum). Dieses System ermöglichte die verschlüsselte Übertragung von Funksignalen und legte den Grundstein für Technologien, die wir heute als selbstverständlich betrachten: WiFi, GPS und Bluetooth. Diese Erfindung, die während des Zweiten Weltkriegs entwickelt wurde, sollte die Steuerung von Torpedos sichern, wurde jedoch zunächst kaum beachtet.

Vergessene genialität und späte anerkennung

Vergessene genialität und späte anerkennung

Die Leistungen von Hedy Lamarr als Erfinderin blieben lange im Schatten ihrer Schauspielkarriere. Erst Jahrzehnte später wurde ihr Beitrag zur Technologiegeschichte angemessen gewürdigt. Die „Hedy Lamarr“-Preise sollen dazu beitragen, dass die Leistungen von Frauen in der Ingenieurwissenschaften in Zukunft nicht länger übersehen werden und zukünftige Generationen inspiriert werden.

Die bedeutung von vorbildern für junge frauen

Die bedeutung von vorbildern für junge frauen

María Cruz Díaz, Präsidentin des Instituto de la Ingeniería de España, betont die Notwendigkeit sichtbarer Vorbilder. „Wenn ein Mädchen keine Ingenieurinnen sieht, wird es schwer für sie, sich selbst als solche zu sehen“, so Díaz. Die Preise sollen junge Frauen ermutigen, technische Berufe zu wählen und Barrieren abzubauen.

Die situation von ingenieurinnen in spanien

Aktuelle Studien zeigen, dass der Anteil von Frauen in der Ingenieurwissenschaft in Spanien bei rund 20% liegt. Diese Zahl variiert je nach Fachrichtung: In der Agrar- und Verkehrsingenieurwesen ist der Frauenanteil höher (33% bzw. 24%), während in der Telekommunikation, Informatik und im Maschinenbau der Frauenanteil geringer ist (12%, 16% bzw. 19%). Obwohl es in den letzten Jahren Fortschritte gegeben hat, bestehen weiterhin strukturelle Ungleichheiten, wie die Lohnlücke und der begrenzte Zugang zu Führungspositionen.

Herausforderungen und chancen

Die Studien des Observatorio de la Mujer Ingeniera in der Industria Española weisen auf Herausforderungen hin, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie gesellschaftliche Stereotypen, die Frauen von technischen Berufen abhalten. Trotzdem gibt es eine leichte Zunahme der weiblichen Studienanfängerinnen in Ingenieurstudiengängen. Die Ingenieurbranche in Spanien beschäftigt rund 750.000 Fachkräfte, wobei die Arbeitslosenquote insgesamt bei nur 2% liegt – für Ingenieurinnen jedoch bei 4% im Vergleich zu 1,5% für Ingenieure.

Zusammenfassung

Die Einführung der „Hedy Lamarr“-Preise ist ein wichtiger Schritt, um das Bewusstsein für die Leistungen von Frauen in der Ingenieurwissenschaft zu schärfen und junge Frauen zu ermutigen, eine Karriere in diesem Bereich in Betracht zu ziehen. Die Anerkennung von Hedy Lamarrs Beitrag zur Technologiegeschichte zeigt, dass Innovationen oft von unerwarteten Quellen kommen und dass es wichtig ist, Talente unabhängig von Geschlecht und Hintergrund zu fördern.

FachrichtungFrauenanteil (%)
Agraringenieurwesen33
Verkehrsingenieurwesen24
Telekommunikation12
Informatik16
Maschinenbau19