Finnland: 120.000 euro strafe – weil er zu langsam fuhr
Ein 79-jähriger Mann in Finnland muss eine astronomische Geldstrafe zahlen – nicht wegen eines Unfalls, sondern weil er zu langsam gefahren ist. Die Geschichte zeigt, wie ein neues Strafsystem die Vermögensverhältnisse des Verursachers berücksichtigt.

Anders wiklöf zahlt hohe strafe für geschwindigkeitsüberschreitung
Anders Wiklöf, ein finnischer Unternehmer und Gründer der Wiklöf Holding A, wurde in den schwedischen Seen in Åland mit einer Geschwindigkeit von 59 km/h in einer 30 km/h-Zonene erwischt. Zwar verursachte er keinen Unfall, doch die Konsequenzen sind immens: 120.000 Euro. Diese Summe stellt einen erheblichen Teil seines Einkommens dar, das jährlich 350 Millionen Euro beträgt.
Die finnische Strafverfolgung unterscheidet sich grundlegend von der in vielen anderen Ländern. Anstatt fester Bußgelder wird die Strafe in Prozent des Einkommens und des Vermögens des Täters berechnet. Die Behörden argumentieren damit, dass dies eine wirksamere Abschreckung darstellt und sicherstellt, dass die Strafe tatsächlich eine Wirkung hat.
Wiklöf, der nach der Überschreitung der Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 km/h eine Entwarnung erhielt, da er sich somit knapp unterhalb der 30 km/h-Grenze befand, akzeptierte die Strafe ohne Protest. Die Strafe kann auch den Führerschein für einen Zeitraum von 30 Tagen entziehen. Er selbst empfand die Situation sogar als Glücksfall.
In Deutschland sind Bußgelder hingegen oft ein Tropfen auf den heißen Stein. Für große Unternehmen oder vermögende Privatpersonen sind sie oft kaum eine Belastung. Das System in Finnland hingegen zwingt dazu, die Konsequenzen der eigenen Handlungen zu tragen – unabhängig von der finanziellen Leistungsfähigkeit.
Die Einführung von 4D-Geschwindigkeitsmessgeräten, die ohne Blitz funktionieren und Geschwindigkeitsübertretungen in beide Richtungen registrieren, könnte die Situation in Deutschland in Zukunft verändern. Die Technologie ermöglicht eine präzisere Überwachung, auch in Situationen, in denen herkömmliche Geschwindigkeitskontrollen schwierig sind.
Diese Entwicklung wirft die Frage auf, ob auch hierzulande ein ähnliches Strafsystem für Geschwindigkeitsübertretungen denkbar ist. Eine solche Reform würde die Verhältnismäßigkeit von Strafen verbessern und möglicherweise zu einem verantwortungsvolleren Fahrverhalten führen. Die hohe Strafe für Anders Wiklöf ist ein deutliches Signal: Geschwindigkeit hat ihren Preis.
