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Europa startet eigene software-revolution: euro-office kämpft gegen us-giganten

Die europäische Tech-Szene hat die Fäden in die Hand genommen. Ab Juni 2026 ist mit Euro-Office eine neue Generation von Web-Tools verfügbar, die das Ziel verfolgt, die Abhängigkeit von US-amerikanischem Software-Markt zu beenden. Ein mutiger Schritt, der das Potenzial hat, die digitale Landschaft Europas grundlegend zu verändern.

Ein bündnis der innovation

Hinter Euro-Office stecken eine beeindruckende Allianz europäischer Unternehmen – von IONOS über Nextcloud bis hin zu XWiki. Gemeinsam haben sie eine webbasierte Office-Suite entwickelt, die sich nicht wie ein herkömmlicher Desktop-Anwendung installiert, sondern direkt in bestehende Plattformen integriert wird. Das Versprechen: Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationen und PDF-Bearbeitung – alles in Echtzeit und mit voller Kompatibilität zu gängigen Dateiformaten wie DOCX, PPTX und XLSX sowie den offenen Standards ODF.

Die erste Plattform, die Euro-Office integrieren wird, ist Nextcloud. Danach folgen im Sommer die Kunden von IONOS. Auch französische und niederländische Unternehmen wie XWiki und Office.eu haben Integrationen geplant.

Open source und die debatte um lizenzrechte

Open source und die debatte um lizenzrechte

Die Basis von Euro-Office bildet der Code von OnlyOffice, einem quelloffenen Programm. Allerdings ist die Lizenzierung komplex: Sie verlangt die Nennung der ursprünglichen Entwickler. Hier kommt LibreOffice zu Wort und kritisiert, dass Euro-Office die Community spaltet und Microsoft und Google indirekt begünstigt. Italo Vignoli von The Document Foundation betont, dass Euro-Office keine erste quelloffene Office-Suite Europas ist – OpenOffice (2001) und LibreOffice (2010) kamen bereits vor.

Herausforderungen und grenzen

Herausforderungen und grenzen

Euro-Office ist kein Allheilmittel. Experten warnen vor Problemen bei komplexen Dokumenten mit Tabellen, Diagrammen oder speziellen Schriftarten. Die Integration in bestehende Arbeitsabläufe erfordert Zeit und Geduld. Die „ein Klick“-Installation, wie wir sie von Microsoft Office kennen, fehlt. Der Fokus liegt klar auf Unternehmen, die eine sichere und datenschutzkonforme Alternative suchen.

Frank Karlitschek, CEO von Nextcloud, betonte, dass die Priorität auf einer sofort einsatzbereiten Version lag. Die Sicherheitsprüfungen wurden automatisiert, um von Anfang an eine zuverlässige Performance zu gewährleisten.

Trotz dieser Herausforderungen ist Euro-Office ein wichtiger Schritt. Es demonstriert, dass Europa in der Lage ist, eigene technologische Lösungen zu entwickeln und die Abhängigkeit von ausländischen Giganten zu reduzieren. Die europäische „digitale Souveränität“ ist nicht nur ein Schlagwort, sondern wird aktiv vorangetrieben.