Europa bautet auf: open-source-office-suite trotzt us- und russischer dominanz
Die europäische Digitalstrategie bekommt ein massives Upgrade: Mit ‘Euro-Office’ entsteht eine Open-Source-Alternative zu den gängigen, proprietären Office-Paketen von Google und Microsoft. Eine Entwicklung, die weit mehr ist als nur ein technisches Detail – sie markiert einen klaren Bruch mit der Abhängigkeit von US-amerikanischen und russischen Softwareherstellern.
Ein schritt richtung digitale souveränität
Traditionell war Europa in Bezug auf Bürosoftware stark auf die Angebote von Google und Microsoft angewiesen. Tools wie Google Docs und Microsoft Office dominieren den Markt, sind aber letztlich von den jeweiligen Geschäftsmodellen der Konzerne abhängig. Euro-Office, entwickelt von einer Gemeinschaft aus europäischen Entwicklern, will diese Abhängigkeit beenden. Die Software, die ab dem 9. Juni auf GitHub verfügbar sein wird, ist ausschließlich an die europäische Gesetzgebung gebunden – ein klares Signal an Washington und Moskau.

Onlyoffice als ausgangspunkt – mit deutlichem nachbesserungsvorschlag
Die Basis für Euro-Office bildet der Fork von OnlyOffice, der jedoch mit Problemen zu kämpfen hatte: mangelnde Transparenz, russische Kommentare im Code und politische Entscheidungen, die die Entwicklung behinderten. Die Community hat nun massiv in die Überarbeitung investiert – der Code wurde gründlich auf Russisch überprüft, verschlüsselter Code entfernt und die freie Bearbeitung für mobile Geräte freigegeben. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die ursprüngliche Umsetzung von OnlyOffice nicht den Ansprüchen einer unabhängigen, europäischen Alternative gerecht wurde.

Netzwerk-effekte und ausblick
Die Integration mit Nextcloud Hub 26 verspricht einen sofortigen Mehrwert für Millionen von Nutzern. Die Möglichkeiten, Euro-Office als Web-Tool für Dateiübermittlung, Wiki-Systeme oder Projektmanagement einzusetzen, sind vielfältig. Während die Entwickler bereits an eine Desktop- und Mobile-App arbeiten, deutet die aktuelle Version auf eine flexible Web-basierte Lösung hin. IONOS, Nextcloud, Eurostack, XWiki, OpenProject, Soverin, Abilian und Office.eu haben sich frühzeitig beteiligt und bringen wertvolle Erfahrung in die Open-Source-Szene ein. Es ist ein spannender Moment – Europa setzt auf seine eigenen digitalen Werkzeuge und demonstriert, dass auch ohne die Dominanz der Big Techs eine leistungsfähige Bürosoftware möglich ist. Die Verfügbarkeit ab dem 9. Juni ist ein klarer Beweis dafür.
