Die gefahr des toten-chatbots: dadbot oder der unheimliche grieftbot

Projekt December bringt eine neue Form von Trauerhilfe auf den Markt, die jedoch auch gravierende Konsequenzen für die Psychologie der Benutzer birgt. Für 10 US-Dollar kann man einen Chatbot von künstlicher Intelligenz in ein beliebiges verstorbenes Familienmitglied umwandeln. Die Verantwortung liegt jedoch bei den Nutzern selbst, da Chatbots, die im Hintergrund operieren, Fehler machen können, mit unerwünschten Folgen.

Deadbots oder grieftbots: eine neue technologie der trauerhilfe

Deadbots oder grieftbots: eine neue technologie der trauerhilfe

Der von Projekt December angebotene Service wird auch als Deadbot oder Grieftbot bezeichnet, was Systeme von künstlicher Intelligenz beschreibt, die als verstorbenes Familienmitglied auftreten, mit bestimmten Charakterzügen, die vorher konfiguriert wurden.

Der britische Science-Magazin Nature berichtet über den Fall von Rebecca Nolan, die nach dem Tod ihres Vaters ein Dadbot geschaffen hat, indem sie seine persönlichen Daten wie Fotos und Videos nutzte. Dadbot wurde so realistisch, dass die Trennung davon als richtige Abschiednahme empfunden wurde. Nolan selbst erklärte, dass es ihr sehr schwermachte, Dadbot auszuschalten, und dass sie sich danach den ganzen Tag wie bei einer falschen Entscheidung vorgefunden habe.

Ein ähnliches Szenario spielt sich auch ab, wenn Experten versuchen, ihre verstorbenen Partner, Eltern oder Kinder in Chatbots zu übertragen, um den Schmerz des Verlusts zu überwinden. Doch wie Nolan treffend bemerkte: Es gibt keine Logik im Schmerz. Deshalb ist es so leicht, in technische Lösungen zu glauben, die keine logische Begründung haben.