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Cohen entführung: gamestop-boss feuert auf ebay ein milliardenangebot ab

Ryan Cohen, der einst als Außenseiter die Gaming-Welt im Sturm eroberte, hat nun eine Wette auf eBay abgewagt. Die unerwartete Übernahme-Angebote des GameStop-CEO, die wie aus dem Nichts entstanden wirken, könnten das US-E-Commerce-Riesengeschäft für immer verändern.

Kurioser machtwechsel: von short squeeze zur übernahmekampf

Vor fünf Jahren und acht Monaten verkaufte sich GameStop als Tabloid-Stück – leerer Filialen, Pandemie-bedingte Umsatzeinbrüche, ein Geschäftsmodell, das dem digitalen Tod geweiht schien. Heute präsentiert Cohen, unterstützt von Michael Burrys einstiger Hedgefonds-Strategie, ein angebot von 55,5 Milliarden Dollar für eBay. Eine Kehrtwende, die die Wall Street sprachlos macht.

Die Transformation von GameStop ist nichts weniger als eine der verrücktesten Unternehmensumwandlungen der jüngeren Geschichte. Cohen, der zuvor mit Chewi einen eigenen Streaming-Dienst ins Leben rief, hat in kürzester Zeit die Kontrolle übernommen und durch strategische Spielzüge – und hier muss man ehrlich sein, oft mit dem Hype-Gefolge von Reddit-Foren – unglaubliche 9,4 Milliarden Dollar in Eigenkapital geflossen.

Meme-aktie, milliarden-deal: wie es dazu kam

Meme-aktie, milliarden-deal: wie es dazu kam

Die Geschichte beginnt mit Ryan Cohens Investitionen im August 2020. Ein Kurzschluss-Spekulant, Ryan Cohen, nutzte die Gelegenheit, um die Kontrolle über GameStop zu übernehmen. Die Aktie explodierte, stieg innerhalb kürzester Zeit auf 30.000 Dollar und kehrte dann, wie so oft im Meme-Kanal, wieder zurück. Die Nachfrage nach Aktien wurde durch wiederholte Kapitalerhöhungen und den unermüdlichen Einsatz von Investoren aus Reddit getrieben. Die Stimmung schlug um: von der drohenden Insolvenz zu einem gigantischen Wertzuwachs.

Der eigentliche Knackpunkt lag in der Fähigkeit, die Finanzierung aufrechtzuerhalten. Die ersten Kapitalerhöhungen im Jahr 2021, getrieben vom „Roaring Kitty“-Phänomen, folgten 2024 auf weitere, erneut unterstrichen durch die Meme-Dynamik. Dabei wurden zusätzlich Bonuszahlungen in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar getätigt. Das Ergebnis: eine beeindruckende Kapitalbeschaffung von 9,4 Milliarden Dollar in nur fünf Jahren.

Die vision: ebay als neuer katalysator

Die vision: ebay als neuer katalysator

Doch Cohen verfolgt mehr als nur kurzfristige Spekulationen. Er sieht in eBay eine Chance, das Unternehmen grundlegend zu transformieren. „Die kombinierte Firma wird ein glaubwürdiger Wettbewerber für Amazon sein“, erklärte er kürzlich. Und er hat einen Plan: Die 1.600 GameStop-Filialen sollen als logistische Drehscheibe für eBay dienen – eine Kombination aus physischer Präsenz und digitalem Handel. Die Kosten sollen um 2 Milliarden Dollar pro Jahr reduziert werden, was zu einem deutlichen Anstieg des Gewinn-pro-Aktie führen soll – von 4,26 auf 7,79 Dollar im ersten Jahr nach Übernahme.

Die Zahlen sprechen für sich: GameStop hat sich von einem Verlust von 381 Millionen Dollar auf einen Gewinn von 418 Millionen Dollar gewandelt. Und Cohen hat sich einen Bonus von bis zu 35 Milliarden Dollar gesichert, falls die Ziele für den Wert von GameStop und Ebitda erreicht werden – ein beträchtlicher Anreiz, die Übernahme voranzutreiben.

Ein schachzug mit milliarden-potenzial

Ein schachzug mit milliarden-potenzial

Die Struktur des Angebots ist raffiniert: 125 Dollar pro eBay-Aktie, mit einer Mischung aus Bargeld und Eigenbeteiligung. GameStop verfügt über eine solide Bilanz mit einer Schuldenlast von 20 Milliarden Dollar, die durch Kredite der TD Bank finanziert wird. Zusätzlich sollen weitere Investoren an der Finanzierung beteiligt werden. Cohen ist sich bewusst, dass ein erfolgreicher Deal die Aktie auf 7,79 Dollar pro Aktie heben könnte. Eine Wette, die mehr als nur Zahlen und Aktienkurse betrifft – sie ist eine Demonstration von unternehmerischem Mut und strategischer Weitsicht.