Apple: 50 jahre innovation – ein flugzeugabsturz und ein vergessener iphone-prototyp

Apple feiert sein 50-jähriges Bestehen. Der Konzern, dessen Marktwert knapp 4 Billionen Dollar beträgt, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, geprägt von bahnbrechender Technologie und einem unerschütterlichen Geheimniskrämerei. Doch hinter dem Erfolg verbirgt sich auch eine Anekdote, die die Innovationskraft des Unternehmens auf überraschende Weise illustriert.

Der vergessene anfang: ein iphone verliert an bord

Tony Fadell, 57, erhielt 2001 den Auftrag, Apple bei einem neuen Projekt zu unterstützen – der Entwicklung des iPod. Fadell, bereits Experte für MP3-Player und tragbare Geräte, sollte eine Schnittstelle zur iTunes-Plattform schaffen, die damals erst sechs Monate alt war. Im März 2001 präsentierte er Steve Jobs einen iPod-Prototypen aus Styropor, der schließlich zum Erfolgskonzept wurde. Fadell verbrachte fast ein Jahrzehnt bei Apple und war maßgeblich an der Entwicklung des iPod beteiligt.

„Ein wirklich unglaublicher Moment war der originale iPod – die reine Fertigstellung“, erinnert sich Fadell. „Es war ein Projekt von neun Monaten, von Anfang bis Ende. Es war mein Traum.“ Der iPod wurde zwar nicht sofort ein Riesenerfolg, er etablierte sich aber durch die Integration mit Windows und weitere Funktionen. Er wurde zum Kultobjekt, das Fadell in den Händen von Prominenten wie Shaquille O’Neal sah. Der iPod Nano, kleiner und portabler, war laut Fadell sein Lieblingsprodukt und revolutionierte den Markt.

Doch nicht alles verlief reibungslos. Kurz vor der offiziellen Präsentation des ersten iPhones verlor Fadell das Gerät auf einem Flug. „Es fiel mir aus der Hosentasche auf dem Flugzeugsitz“, berichtet er. „Niemand wusste, was es war. Zum Glück wurde es nach etwa 40 Minuten zurückgegeben. Ich habe die Kontrolle komplett verloren – ein wirklich beängstigender Moment.“

Imovie und iphoto: ein retten der firma

Imovie und iphoto: ein retten der firma

Glenn Reid, ehemaliger Leiter Engineering und Consumer Applications, war ein weiterer Schlüsselspieler in Apples Frühgeschichte. Reid entwickelte iMovie, die Videobearbeitungsplattform, und iPhoto, die Fotoanwendung. Er arbeitete eng mit Steve Jobs zusammen, bereits in dessen Zeit bei NeXT Computer, bevor er 1998 zu Apple kam. Apple befand sich damals in einer finanziell prekären Lage und stand kurz vor dem Aus.

Jobs kehrte 1997 ins Unternehmen zurück und leitete eine Reihe wichtiger Veränderungen ein. Teil davon war die Entwicklung einer neuen Video-Editing-Anwendung. Reid arbeitete mit einem kleinen Team von etwa 20 Personen, dessen Arbeit vor dem Rest des Unternehmens geheim gehalten wurde. Er beschreibt, wie er seine Bürowände mit Papier beklebte, um die Arbeit vor neugierigen Blicken zu schützen.

Diese parallele Entwicklung von iMovie half, das Unternehmen am Leben zu erhalten, während Apple nach dem nächsten großen Produkt suchte, um wieder profitabel zu werden. Die Innovationen von Reid und seinem Team trugen maßgeblich dazu bei, Apple aus der Krise zu führen und den Weg für die späteren Erfolge zu ebnen. Die Geschichte des vergessenen iPhones und der geheimen Entwicklung von iMovie zeigen, dass auch die größten Erfolge oft von Missgeschicken und unkonventionellen Lösungen geprägt sind. Und zeigen, dass auch die größten Unternehmen mal am Rande der Existenz stehen.