Amazons fehlversuch: fire phone 2.0 – eine zweite chance mit alexa?
Amazon versucht es erneut: Nach dem katastrophalen Scheitern des Fire Phone 2014 plant das Unternehmen eine neue Generation seines mobilen Geräts. Doch wird die Strategie zum Erfolg – oder ist dies ein weiterer teurer Fehler?

Amazon setzt auf shopping und alexa
Das neue Gerät, intern als „Transformer“ bekannt, soll primär Amazon Prime-Kunden beim Einkaufen unterstützen. Der digitale Assistent Alexa soll dabei eine zentrale Rolle spielen, indem er den Zugriff auf Prime Video, Prime Music und Bestellungen über Dienste wie Grubhub vereinfacht. Anhand von Informationen, die Reuters vorlagen, soll das Gerät den Nutzern erlauben, per Sprachbefehl Einkaufslisten zu erstellen.
Doch die Geschichte des Fire Phone ist geprägt von Fehlentscheidungen. Der ursprüngliche Flop lag vor allem an der fehlenden Integration des Google Play Stores. Stattdessen setzte Amazon auf Fire OS, eine Open-Source-Version von Android, die keinen Zugriff auf Apps wie Gmail, YouTube oder Instagram ermöglichte. Dies führte dazu, dass Nutzer die gewünschten Anwendungen nicht installieren konnten – ein fataler Fehler, den auch Nokia und Microsoft später zu spüren bekamen.
Amazon versuchte dies zwar mit eigenen Apps wie Amazon Video, Amazon Music und dem Silk Browser, doch die geringe Nutzerbasis des Fire Phone führte dazu, dass Entwickler keine Anreize sahen, spezielle Versionen ihrer Apps für Fire OS zu erstellen. Das Amazon Appstore für nicht-Amazon-Geräte wurde bereits 2015 eingestellt.
Die neue Strategie zielt darauf ab, das Gerät stärker an das Amazon-Ökosystem zu binden. Amazon will nicht nur mehr Abonnenten für Prime Video und Music gewinnen, sondern auch wertvolle Daten über das Kaufverhalten seiner Kunden sammeln. Ein günstiges Einstiegsmodell im Bereich von 300-500 US-Dollar und ein High-End-Modell für 750-999 US-Dollar sind geplant. Die Shopping-Erfahrung soll auf beiden Modellen identisch sein.
Die Frage ist, ob Amazon dieses Mal erfolgreich sein kann. Ein Gerät, das ausschließlich auf das Shopping ausgerichtet ist, wird den Markt wahrscheinlich nicht erobern. Es sei denn, Amazon bietet erhebliche Rabatte an. Andernfalls können Nutzer problemlos über ihre bestehenden Android- oder iOS-Smartphones einkaufen.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt möglicherweise in der Entwicklung einer wirklich intelligenten KI, die Nutzern ermöglicht, Einkäufe allein durch Sprachbefehle zu veranlassen. Die bisherige Ära der mobilen Geräte scheint ein neues Kapitel zu beginnen – eines, in dem der Einkauf direkt in den Alltag integriert wird.
Die Erfahrung mit dem Fire Phone zeigt, dass der Weg zum Erfolg nicht immer geradlinig ist. Amazon muss beweisen, dass es aus seinen Fehlern gelernt hat, andernfalls wird das „Transformer“ schnell in Vergessenheit geraten.